❓ Überlastungsanzeige oder Gefährdungsanzeige?
Gefährdungsanzeige und Überlastungsanzeige können synonym verwendet werden. Im Laufe der Kampagne haben wir uns für den Begriff der Gefährdungsanzeige entschieden, da "Überlastungsanzeige" zwar der geläufigere Begriff ist, aber eine individuelle Überlastung oder Versagen suggeriert, während "Gefährdungsanzeige" auf objektiv unzureichende Arbeitsbedingungen und somit auf strukturelle Problemlagen hinweist.
❓ Was ist eine Gefährdungsanzeige?
Eine Gefährdungsanzeige ist ein schriftlicher Hinweis einer Arbeitnehmer*in,
dass die Arbeitslast so hoch ist, dass entweder die eigene Gesundheit, die
Qualität der Arbeit oder die Sicherheit gefährdet ist.
❓ Warum sollte ich eine Gefährdungsanzeige schreiben?
- Um auf gesundheitsgefährdende Überlastung aufmerksam zu machen
- Um Haftungsrisiken zu reduzieren (z. B. bei Fehlern durch Überforderung)
- Um eine rechtlich dokumentierte Mitteilung zu machen
- Um dem Arbeitgeber eine Reaktionspflicht aufzuerlegen
- Um Missstände in der Arbeitsorganisation sichtbar zu machen
❓ Wann kann ich eine Gefährdungsanzeige schreiben?
Zum Beispiel, wenn:
- du regelmäßig deine Arbeit nicht in der vorgesehenen Zeit schaffst
- du dauerhaft über deine Belastungsgrenze hinaus arbeiten musst
- Fehler, Risiken oder gesundheitliche Probleme drohen
- Hinweise auf Missstände ohne Reaktion bleiben
- euer Team dauerhaft unterbesetzt ist
❓ Wie schreibe ich eine Gefährdungsanzeige?
Eine Gefährdungsanzeige sollte schriftlich und sachlich formuliert sein. Sie
sollte enthalten:
- Datum und Adressat*in
- Betreff: „Gefährdungsanzeige“
- Beschreibung der Überlastung (Seit wann? Welche Aufgaben?)
- Mögliche Folgen (Fehler, Gefährdung, Erschöpfung)
- Bitte um Abhilfe, Frist und Gesprächswunsch
- Unterschrift
❓ Gibt es eine Vorlage für eine Gefährdungsanzeige?
Hier findet ihr eine von uns erstellte Vorlage.
❓ Muss ich Nachteile befürchten?
Nein. Eine Gefährdungsanzeige ist ein legitimes Mittel der Mitwirkung und des
Gesundheitsschutzes. Wichtig ist, sachlich zu bleiben und Aussagen gut zu
dokumentieren.
❓ Wohin mit der Gefährdungsanzeige?
- An die direkte Führungskraft
- In Kopie ggf. an Personalabteilung
- Betriebs- oder Personalrat
- Fachkraft für Arbeitssicherheit
- Schwerbehindertenvertretung (falls relevant)
❓ Was passiert nach der Gefährdungsanzeige?
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Belastung zu prüfen und ggf. Maßnahmen
zu ergreifen, z. B. Umverteilung von Aufgaben, personelle Unterstützung oder
Prozessanpassungen.
❓ Was sagt das Gesetz dazu?
Es gibt keine gesetzliche Pflicht zur Gefährdungsanzeige, sie ergibt sich
jedoch aus dem Arbeitsschutzrecht (§ 15 ArbSchG) und der Fürsorgepflicht
(§§ 618, 241 BGB).
❓ Hat es Nachteile, die Gefährdungsanzeige öffentlich zu machen?
Gefährdungsanzeigen können anonymisiert weitergegeben werden. Namen von
Personen oder Trägern können unkenntlich gemacht werden. Intern können sie
auch als Argumentationshilfe dienen.
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